and aufs Herz, schreibst du noch Postkarten? So richtig mit Schönschrift auf echter Postkarte, vielleicht sogar mit dem Füllfederhalter?
Alte Postkarten aus der Vorkriegszeit sind besonders faszinierend, sowohl der Illustrationen als auch der Texte wegen. Ich habe das große Glück, eine mehrere hundert Postkarten umfassende Sammlung einscannen zu dürfen, einige davon hatte ich bereits hier und hierals Freebies hochgeladen.
Gestern stieß ich auf einen schönen Blog: “The Best Hearts Are Crunchy“, dessen Autorin alte Karten sammelt und immer Freitags den “Postcard Friendship Friday” ausruft. Beim Betrachten ihrer Postkartensammlung kann man einiges lernen, z.B. Wissenswertes über die Entstehung der Aprilscherze. Und dass man in Amerika offensichtlich einen umgedrehten Ananaskuchen isst. Kennt das jemand?
Bevor ich mich morgen in das bunte Treiben der Stempelmesse stürze, lade ich noch meine Vintage-Muttertagskarten hoch, sonst komme ich vor lauter “Neuigkeiten ausprobieren” nicht dazu. Meine Scans sind sehr groß, denn ich möchte sie auch in guter Qualität ausdrucken können. Hier erstmal die Voransicht in bildschirmfreundlicher Größe:
Einzeln bei box.net runterladen kannst du die Bilder, wenn du hier klickst:
Welche davon gefällt dir am besten? Ich finde den Knirps mit der Tröte herrlich!
Unter den Karten sind einige, deren Bilder ich erst mühevoll aufpolieren müsste. Eines davon hat eine herrliche Unterschrift:
Die Schrift ist kein Sütterlin, sondern deren Vorläuferin, die deutsche Kurrentschrift – weiß ich auch erst seit Tante Wikipedia. “Brüderchen lernt marschieren” steht unter der Illustration. Die Karte ist 1917 gelaufen, also mitten im ersten Weltkrieg – auf der Rückseite stand nur ein Gruß, nichts weiter. Ebenfalls spannend ist eine Osterkarte, deren Hinterseite folgendes offenbart:
Als Datum ist der 21.4.1916 angegeben, das ist nun genau 96 Jahre her (wow!). Der Ort heißt Ratteick und gehört heute als Ratajki zu Polen. Ein Vater schrieb an seine Lieben in Marwitz (in der Nähe von Oranienburg):
Ein fröhliches
Osterfest wünscht
euch allen euer
Vater, bin noch
gesund und munter
hoffentlich ihr doch
auch noch.
Ob der Vater wohl im ersten Weltkrieg gedient hat und von dort aus in die Heimat schrieb?
So nebenbei bemerkt: Ich finde es eine Unart, direkt auf diese alten Karten mit Bleistift Preise oder sonstige Infos zu schreiben – wofür gibt es Schutzhüllen?!
Glücklicherweise kann ich die alten deutschen Schreibschriften ganz gut lesen, so dass es immer wieder Kurioses, Emotionales oder Witziges zu entdecken gibt. Wie gesagt, meine Sammlung wächst :)
Nun bin ich neugierig: Was machst du mit den Kartenmotiven, wenn du sie heruntergeladen hast?
















